Ornamentales Zierband mit Zunftmotiven: Wappen, Widder, Hackmesser und Basler Stadtansicht

Informationen

Zunftgeschichte

Vom Zunftbrief des Bischofs Ludwig von Rötteln bis zur lebendigen Gemeinschaft von heute – ein Gang durch 777 Jahre.

26 Stationen

Sieben Jahrhunderte – vom Zunftbrief 1248 bis heute. Stationen mit weiteren Angaben lassen sich anklicken.

  1. 1248

    Der Zunftbrief

    Am 2. Juni erhält die Zunft von Bischof Ludwig von Rötteln ihren Stiftungsbrief.

    Der Zunftbrief
  2. 1317

    Die grosse Schol

    Die Metzgerlaube über dem Birsig zwischen Sporen- und Sattelgasse wird erstmals urkundlich erwähnt.

    Die grosse Schol
  3. 1365

    Schlachtverordnung

    In der Stadt gekauftes Vieh muss in der Stadt verkauft oder in der Schol geschlachtet werden.

    Schlachtverordnung
  4. um 1375

    Zum Regenbogen

    Das Zunfthaus an der Sporengasse 10 wird erstmals erwähnt – direkt hinter der grossen Schol gelegen.

    Zum Regenbogen
  5. 1423

    Das eigene Zunfthaus

    Die Zunft erwirbt das Haus „zum Regenbogen" an der Sporengasse und macht es zu ihrem festen Sitz.

    Das eigene Zunfthaus
  6. 1444

    Mit dem Banner zur Schlacht

    Meister Hans Einfaltig führt die zaudernden Basler in die Schlacht zu St. Jakob.

    Mit dem Banner zur Schlacht
  7. 1451

    Das Metzger-Umgeld

    Erstmals wird auf Fleisch eine indirekte Steuer erhoben – jeden Montag im Rathaus abzuliefern.

    Das Metzger-Umgeld
  8. 1529

    Das Hochwasser

    Der Birsig reisst Metzgerbänke, Tröge und die Schintbrücke davon und zerstört die grosse Schol.

    Das Hochwasser
  9. 1620

    Das Ferbhaus

    Eine besondere Schol für auswärtige Metzger wird an der Schifflände eingerichtet.

    Das Ferbhaus
  10. 1653

    Metzgerordnung

    Am 17. Dezember erlässt der Rat eine Metzgerordnung mit Fleischpreisen. Das Ferbhaus wird geschlossen.

    Metzgerordnung
  11. 1677

    Das Zunftbanner

    Das erste Zunftbanner der Metzgerzunft entsteht – heute im Historischen Museum Basel.

    Das Zunftbanner
  12. 1798

    Aufhebung des Zunftwesens

    Die helvetische Republik hebt das Zunftwesen auf.

    Aufhebung des Zunftwesens
  13. 1803

    Wiedereinführung

    Unter der Mediationsverfassung werden die Zünfte wieder eingeführt.

    Wiedereinführung
  14. 1836

    Wurst wird Metzgersache

    Das Brätrecht der Rebleuten und Gärtner erlischt. Das Wursten ist ab jetzt ausschliesslich Sache der zünftigen Metzgermeister.

    Wurst wird Metzgersache
  15. 1868

    Der Schlachthof

    Baubeginn des Schlachthofs an der Elsässerstrasse – trotz Widerstand der Metzger.

    Der Schlachthof
  16. 1871

    Aufhebung der Scholen

    Der Schlachthof wird eröffnet, die Scholen geschlossen. Private Metzgerläden entstehen.

    Aufhebung der Scholen
  17. 1874

    Wahlkörper

    Gemeinden und Quartiere werden als Wahlkörper des Grossen Rates bestimmt.

    Wahlkörper
  18. 1881

    Unter Bürgerrats-Aufsicht

    Die Zünfte werden unter die Aufsicht des Bürgerrates gestellt.

    Unter Bürgerrats-Aufsicht
  19. 1887

    Verlust des Zunfthauses

    Schliessung der letzten Scholen. Der Staat kauft das Zunfthaus für 30'000 Franken und reisst es ab zur Erweiterung des Marktplatzes.

    Verlust des Zunfthauses
  20. 1948

    700 Jahre Zunft

    Die E. E. Zunft zu Metzgern feiert ihr 700-jähriges Bestehen.

    700 Jahre Zunft
  21. 1975

    Neues Zunftbanner

    Ein weiteres neues Zunftbanner wird angeschafft.

    Neues Zunftbanner
  22. 1983

    Zunftstube im Metzgerhaus

    Einweihung der Zunftstube im Metzgerhaus.

    Zunftstube im Metzgerhaus
  23. 1998

    750 Jahre Zunft

    Die Zunft feiert ihr 750-jähriges Bestehen.

    750 Jahre Zunft
  24. 2010

    Verlust der Zunftstube

    Die Zunftstube wird an die Bell AG Basel verkauft.

    Verlust der Zunftstube
  25. 2015

    Allwetter-Zunftbanner

    Ein neues „Allwetter"-Zunftbanner wird angeschafft.

    Allwetter-Zunftbanner
  26. Heute

    Eine lebendige Gemeinschaft

    Die Zunft besteht weiter – als offene Gemeinschaft, die Tradition pflegt und Begegnungen in Basel ermöglicht.

    Eine lebendige Gemeinschaft

Ausführliche Chronik

Eine der ältesten Handwerkerzünfte Basels

Die Ehrenzunft zu Metzgern gehört zu den ältesten Handwerkerzünften der Stadt Basel. Am 2. Juni 1248 verlieh Bischof Ludwig von Rötteln der Metzgerzunft den zweiten der sieben Basler Zunftbriefe, die bis heute erhalten geblieben sind. Damit wurde den Metzgern von der städtischen Obrigkeit die Anerkennung ihrer Satzung zuteil.

«Keiner anderen Person als denen von ihrem Handwerk soll es gestattet sein, durch Kauf und Verkauf von dem, was zu ihrem Beruf gehört, ihre Zunftordnung zu verletzen.»
Zunftbrief, 2. Juni 1248

In die Zunft aufgenommen wurden früher Metzger, Kuttler und Bräter. Die Zunft besass seit 1423 an der Sporengasse 10, ganz in der Nähe der grössten Basler Schol (Schlachtstätte), ihr eigenes Zunfthaus, das im Jahre 1889 der Marktplatzerweiterung weichen musste und abgebrochen wurde.

Zusammen mit den Bäckern und den Weinleuten bildeten die Metzger den Nährstand der mittelalterlichen Stadt, der für die Versorgung der Bevölkerung zu sorgen hatte.

Heute zählt die Metzgerzunft 102 Mitglieder. Neben gelernten Metzgern gehören auch Blutsverwandte von Zunftbrüdern, zugewandte Berufe und am Zunftleben interessierte Basler Bürger zu den Mitgliedern.

Die Zugehörigkeit zu einer Zunft ist nicht nur ein schönes Vorrecht für Basler Bürger, es liegt darin auch die Verpflichtung zur Treue gegenüber unserer Stadt Basel, der die Zünfte den Weg durch die Jahrhunderte, den Weg der Freiheit und Demokratie und 1501 den Weg in die Eidgenossenschaft gebahnt haben. In diesem Sinne erfüllt die Ehrenzunft zu Metzgern, die mit Stolz auf eine mehr als 750-jährige Geschichte zurückblicken kann.

Der Zunftbrief der Metzgerzunft von 1248
Der Zunftbrief der Metzgerzunft von 1248