
Informationen
Vom Zunftbrief des Bischofs Ludwig von Rötteln bis zur lebendigen Gemeinschaft von heute – ein Gang durch 777 Jahre.
Sieben Jahrhunderte – vom Zunftbrief 1248 bis heute. Stationen mit weiteren Angaben lassen sich anklicken.
1248
Am 2. Juni erhält die Zunft von Bischof Ludwig von Rötteln ihren Stiftungsbrief.

1317
Die Metzgerlaube über dem Birsig zwischen Sporen- und Sattelgasse wird erstmals urkundlich erwähnt.

1365
In der Stadt gekauftes Vieh muss in der Stadt verkauft oder in der Schol geschlachtet werden.

um 1375
Das Zunfthaus an der Sporengasse 10 wird erstmals erwähnt – direkt hinter der grossen Schol gelegen.

1423
Die Zunft erwirbt das Haus „zum Regenbogen" an der Sporengasse und macht es zu ihrem festen Sitz.

1444
Meister Hans Einfaltig führt die zaudernden Basler in die Schlacht zu St. Jakob.

1451
Erstmals wird auf Fleisch eine indirekte Steuer erhoben – jeden Montag im Rathaus abzuliefern.

1529
Der Birsig reisst Metzgerbänke, Tröge und die Schintbrücke davon und zerstört die grosse Schol.

1620
Eine besondere Schol für auswärtige Metzger wird an der Schifflände eingerichtet.

1653
Am 17. Dezember erlässt der Rat eine Metzgerordnung mit Fleischpreisen. Das Ferbhaus wird geschlossen.

1677
Das erste Zunftbanner der Metzgerzunft entsteht – heute im Historischen Museum Basel.

1798
Die helvetische Republik hebt das Zunftwesen auf.

1803
Unter der Mediationsverfassung werden die Zünfte wieder eingeführt.

1836
Das Brätrecht der Rebleuten und Gärtner erlischt. Das Wursten ist ab jetzt ausschliesslich Sache der zünftigen Metzgermeister.

1868
Baubeginn des Schlachthofs an der Elsässerstrasse – trotz Widerstand der Metzger.

1871
Der Schlachthof wird eröffnet, die Scholen geschlossen. Private Metzgerläden entstehen.

1874
Gemeinden und Quartiere werden als Wahlkörper des Grossen Rates bestimmt.

1881
Die Zünfte werden unter die Aufsicht des Bürgerrates gestellt.

1887
Schliessung der letzten Scholen. Der Staat kauft das Zunfthaus für 30'000 Franken und reisst es ab zur Erweiterung des Marktplatzes.

1948
Die E. E. Zunft zu Metzgern feiert ihr 700-jähriges Bestehen.

1975
Ein weiteres neues Zunftbanner wird angeschafft.

1983
Einweihung der Zunftstube im Metzgerhaus.

1998
Die Zunft feiert ihr 750-jähriges Bestehen.

2010
Die Zunftstube wird an die Bell AG Basel verkauft.

2015
Ein neues „Allwetter"-Zunftbanner wird angeschafft.

Heute
Die Zunft besteht weiter – als offene Gemeinschaft, die Tradition pflegt und Begegnungen in Basel ermöglicht.

Ausführliche Chronik
Die Ehrenzunft zu Metzgern gehört zu den ältesten Handwerkerzünften der Stadt Basel. Am 2. Juni 1248 verlieh Bischof Ludwig von Rötteln der Metzgerzunft den zweiten der sieben Basler Zunftbriefe, die bis heute erhalten geblieben sind. Damit wurde den Metzgern von der städtischen Obrigkeit die Anerkennung ihrer Satzung zuteil.
«Keiner anderen Person als denen von ihrem Handwerk soll es gestattet sein, durch Kauf und Verkauf von dem, was zu ihrem Beruf gehört, ihre Zunftordnung zu verletzen.»
In die Zunft aufgenommen wurden früher Metzger, Kuttler und Bräter. Die Zunft besass seit 1423 an der Sporengasse 10, ganz in der Nähe der grössten Basler Schol (Schlachtstätte), ihr eigenes Zunfthaus, das im Jahre 1889 der Marktplatzerweiterung weichen musste und abgebrochen wurde.
Zusammen mit den Bäckern und den Weinleuten bildeten die Metzger den Nährstand der mittelalterlichen Stadt, der für die Versorgung der Bevölkerung zu sorgen hatte.
Heute zählt die Metzgerzunft 102 Mitglieder. Neben gelernten Metzgern gehören auch Blutsverwandte von Zunftbrüdern, zugewandte Berufe und am Zunftleben interessierte Basler Bürger zu den Mitgliedern.
Die Zugehörigkeit zu einer Zunft ist nicht nur ein schönes Vorrecht für Basler Bürger, es liegt darin auch die Verpflichtung zur Treue gegenüber unserer Stadt Basel, der die Zünfte den Weg durch die Jahrhunderte, den Weg der Freiheit und Demokratie und 1501 den Weg in die Eidgenossenschaft gebahnt haben. In diesem Sinne erfüllt die Ehrenzunft zu Metzgern, die mit Stolz auf eine mehr als 750-jährige Geschichte zurückblicken kann.
